Am gestrigen Abend wurde die Feuerwehr Rotenburg (Wümme) gegen 21:26 Uhr zu einem vermutlichen Gasaustritt in die Bergstraße alarmiert. Die erste Meldung ließ auf den Austritt von Helium aus einem defekten Kühlaggregat eines MRT-Gerätes in einer dort ansässigen Arztpraxis schließen.

Bereits beim Eintreffen an der Einsatzstelle konnte der Brandmeister vom Dienst (BvD) vor dem Gebäude einen deutlichen Gasgeruch wahrnehmen. Zudem befanden sich fünf Personen im Freien, die über einen beißenden Geruch sowie Atemwegsreizungen klagten. Aufgrund dieser Lagebildes wurde das Einsatzstichwort umgehend auf "GEF 1" (Gefahrgut) in Verbindung mit dem Stichwort "MANV" (Massenanfall von Verletzten) erhöht, um weitere Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst an die Einsatzstelle zu führen.
Als Bereitstellungsraum für die zahlreichen nachrückenden Einsatzkräfte wurde der Neue Markt eingerichtet. Die Bergstraße musste für die Dauer der Einsatzmaßnahmen komplett für den Verkehr gesperrt werden.
Als erste Maßnahme wurde das betroffene Gebäude, welches im Erdgeschoss die Arztpraxis und in den oberen Etagen Mietwohnungen beherbergt, umgehend geräumt. Aus Sicherheitsgründen wurden auch die direkt angrenzenden Gebäude in Windrichtung evakuiert.
Insgesamt waren 26 Personen von den Evakuierungsmaßnahmen betroffen. Nach einer rettungsdienstlichen Sichtung vor Ort mussten vier Personen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus transportiert werden. Die restlichen Anwohner wurden während des laufenden Einsatzes durch die Betreuungskomponente des DRK im Gemeindehaus der Stadtkirche sicher untergebracht und versorgt. 
Parallel zur Menschenrettung und Räumung gingen Trupps unter Atemschutz zur Erkundung in das Gebäude vor. Es wurden umfangreiche Messungen durchgeführt, um die Ursache für den Geruch und die Atemwegsreizungen zu finden. Die ersten Messungen mit den Messgeräten der örtlichen Feuerwehr verliefen jedoch negativ. Auch speziellere Nachmessungen durch den alarmierten Gefahrgutzug der Kreisfeuerwehr brachten kein Ergebnis.
Ein Heliumaustritt aus dem MRT-Gerät konnte im Laufe des Einsatzes definitiv ausgeschlossen werden. Was schlussendlich für den wahrnehmbaren Geruch und die körperlichen Beschwerden der Patienten gesorgt hat, konnte auch nach Abschluss aller Maßnahmen nicht abschließend geklärt werden.
Nachdem eine Gefahr ausgeschlossen werden konnte, wurde das Gebäude mithilfe von Hochleistungslüftern ausgiebig belüftet. Abschließend konnte die Einsatzstelle an die anwesenden, verantwortlichen Personen übergeben werden. Insgesamt arbeiteten 137 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und Rettungsdienst mit 38 Fahrzeugen Hand in Hand, um die Lage zügig und professionell abzuarbeiten.

Einsatzdetails

Einsatzstichwort

GEF1Einsätze, bei denen geringe Mengen an gesundheits- oder umweltgefährdenden Stoffen ausgetreten sind

Einsatzmeldung

Gasgeruch

Einsatzort

Bergstraße, 27356 Rotenburg (Wümme)

Einsatzfahrzeuge

KdoWELW1LF20DLK23-12HLF20GW BahnWLF2

Einsatzbilder

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